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du hast ein tolles Buch gelesen, einen schönen Film gesehen oder kannst etwas wärmstens empfehlen? – Nur zu!

Milena Moser

Beitragvon Heinrich Maiworm » Mi 9. Dez 2020, 14:15  

Wer die Welt der Schreibschulen kennenlernen möchte, liegt bei Möchtegern richtig. Mit der wunderbar unklaren Protagonistin Mimosa Mein.
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Re: Milena Moser

Beitragvon Birgit04 » Mi 9. Dez 2020, 15:31  

Hallo Heinrich,


das Buch ist mehrfach verrissen worden und hat auch weniger mit Schreibschule(n) als mit einem Schreib-WETTBEWERB à la "Das Supertalent" etc. zu tun.


Trotzdem, danke für die Anregung und viele Grüße

Birgit
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Re: Milena Moser

Beitragvon mariposa » Mi 9. Dez 2020, 15:43  


Es ist nett, auf neue Möglichkeiten aufmerksam gemacht zu werden.
Aber:
 
Schreibkurse gibt es eine Menge.

Besprechung von Romananfängen durch Professionelle oder solche, die sich so nennen, auch.

Wettbewerbe bei denen man einen Kurs gewinnen kann, ebenso.

Ganze Fortbildungen (verbunden mit Ferien) dafür werden z.B. auch an attraktiven Standorten im Ausland angeboten. Kann toll sein, hat mit dem Schreiben aber nicht ganz so viel zu tun.

 
Vergessen wir nicht, die Anbieter machen das, um Geld zu verdienen. Das ist legitim. Man sollte das aber immer im Auge behalten. Sie arbeiten in erster Linie für sich und nicht, um dem Schreibanfänger zu helfen. Oft wird ein Romananfang gelobt, um hinterher zu einem Kurs zu raten, den wir hier mindestens genauso gut bekommen.

Wir sollten uns nicht verzetteln.
Für die meisten hier im Schreibkurs sind die Aufgaben und Elkes Schlusslektorate genau richtig, um das Handwerkszeug angemessen zu erlernen.


Meine Meinung, mariposa
 
 
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Re: Milena Moser

Beitragvon Heinrich Maiworm » Mi 9. Dez 2020, 17:55  

Guten Tag Birgit,
zum Glück lese ich fast immer zuerst das Buch, dann gelegentlich Rezensionen. Bei Amazon wurde Möchtegern teils überschwänglich gelobt, teils verrissen. In den Feuilletons vermutlich ähnlich. 
Die Literaturszene war mir bisher fremd, das hat sich durch die Lektüre ein wenig geändert. So selbstironisch wie Moser werde ich nie schreiben können, lesen tue ich es gerne.
Gruss Heinrich
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Re: Milena Moser

Beitragvon Heinrich Maiworm » Mi 9. Dez 2020, 18:23  

Guten Tag mariposa,
bei meinen Recherchen zur letzten Schreibaufgabe bin ich auf dieses Buch gestossen. Ob es zu desillusionierend für Schreibschüler ist? Ein grosser Roman (Der Glöckner von Notre Dame) beschäftigt sich mit der Thema, ob die Bibel Christen in ihrer Muttersprache zugänglich gemacht werden sollte, oder sie das überfordert. Aus heutiger Sicht scheint die Antwort klar, die Aufklärung hat sie zum Programm gemacht.
In meiner Geschichte Mythos Diät konnte ich mir den kleinen Seitenhieb auf die Eigeninteressen von Verlagen nicht verkneifen. Wenn man Möchtegern gelesen hat, versteht man die Mechanismen besser.
Zu der Frage, ob Schreiben ein Handwerk ist oder vor allem Intuition erfordert, gibt es in dem Buch viele spannende Passagen. Vertreter beider Typen finde ich auch hier. Bei Elke - da bin ich ganz deiner Meinung - sind beide gut aufgehoben.
Gruss Heinrich
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Re: Milena Moser

Beitragvon mariposa » Mi 9. Dez 2020, 19:02  


Hallo Heinrich,
 
Du schriebst:
Wer die Welt der Schreibschulen kennenlernen möchte, liegt bei Möchtegern richtig. Mit der wunderbar unklaren Protagonistin Mimosa Mein.
 
Zum Inhalt des Buches kann ich natürlich nichts sagen, da ich es nicht gelesen habe. Ich bezweifele aber, dass man seriöse Informationen aus einem solchen Buch bekommen kann und glaube, dass man damit „die Welt der Schreibschulen“ nur bedingt kennenlernt.

Sich über den Literaturbetrieb, über Verlage, Verträge, Marketing zu informieren sowie Tipps fürs Schreiben, Plots, Spannungsaufbau, Figurenarbeit oder Erzählperspektiven zu erhalten, das kann man meiner Meinung nach in anderer Form sehr viel besser.

Zu erwähnen wäre da z.B. die online-Autorenmesse, auf der neben namhaften Schriftstellern, Verlagsvertretern und Literaturagenten z.B. 2018 u.a. auch Elke mit einem Beitrag vertreten war. Darüber hinaus gibt es Bücher, die für einen Schreibanfänger besser geeignet sind als ein Buch, das offensichtlich in erster Linie unterhalten will.
 
LG mariposa
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Re: Milena Moser

Beitragvon Heinrich Maiworm » Do 10. Dez 2020, 14:07  

mariposa hat geschrieben:
Darüber hinaus gibt es Bücher, die für einen Schreibanfänger besser geeignet sind als ein Buch, das offensichtlich in erster Linie unterhalten will.


Unterhalten gefühlt habe ich mich bestens, stimmt. Obwohl ich meist sachlich schreibe, gehöre ich nicht zu den Gegnern des zweiten Buchs der Poetik, für die Lachen in der Literatur nichts zu suchen hat. 

Geeignete Bücher für Schreibanfänger? Ratgeber gibt es in Hülle und Fülle, kürzlich hätte ich mir fast eine von Elkes Empfehlungen angetan: Das Handbuch für Krimiautorinnen. Letztlich bleibe ich dann meistens doch bei meinem gewohnten Verhalten, ich lese Romane. Ebenso wie andere Künste und Wissenschaft entsteht Literatur in meinen Augen in Auseinandersetzung mit sich selbst. Bei Umberto Eco spricht die Bibliothek mit sich selbst. Sachbücher gönne ich mir gelegentlich auch. In diesem Fall Christoph Bode, Der Roman.
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Re: Milena Moser

Beitragvon mariposa » Do 10. Dez 2020, 15:37  


Hallo Heinrich,
auch ich habe ‚in meinem früheren Leben‘ sachlich, das heißt wissenschaftlich nüchtern geschrieben (wenn ich überhaupt geschrieben habe), habe aber spät gelernt, dass ein solcher Stil zum Beispiel für eine Kurzgeschichte unpassend ist.
 
Aber egal wie dein Schreibstil ist, es ist gut, wenn du einen eigenen hast.
 
Du willst einen Roman schreiben. Dein Thema ist dir klar. Aufgrund eigener Erfahrungen hast du wahrscheinlich auch genug Material, um eine längere Geschichte daraus zu machen. Ich habe kurz in das von dir angegebene Buch ‚Der Roman‘ geguckt. Geschrieben auf anspruchsvollem Niveau, mag es sehr interessant für einen Studierenden der Literaturwissenschaft sein.

Du dagegen musst die Grundlagen erlernen, wie man einen Roman aufbaut, ihn beginnt, das Thema in alle seinen Facetten für den Leser aufbereitet und schließlich sinnvoll zu Ende führt. Ich glaube nicht, dass dir das Buch dabei helfen wird.

Meine Empfehlung:
Um Kurzgeschichten zu schreiben: Diana Hillebrand ‚Heute schon geschrieben‘.
Für einen Roman: Elkes Romanseminar (habe ich zwar noch nicht dran teilgenommen, aber kann mir denken, welche wichtigen Tipps man dort erhält)
 
All die anderen Bücher, die du so gerne erwähnst, lies sie zu deiner Unterhaltung, Erbauung und zur „Auseinandersetzung mit  (sich)  dir selbst“. Sie werden dich aber in deiner eigenen Schreibe nicht viel weiterbringen.
 
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Re: Milena Moser

Beitragvon Heinrich Maiworm » Do 10. Dez 2020, 16:14  

Hallo mariposa, guten Tag,

mit Ratgeberliteratur halte ich es wie mit Anlageberatern: kompetent müssen sie sein. Anlageberater sollten sich erst mal selbst ein Vermögen geschaffen haben - dann denken sie nicht mehr im Traum daran, andere zu beraten. Literaturberater sollten Bestseller geschrieben haben - davon gibt es etliche, die ihre Technik in ihren Romanen beschreiben. Umberto Eco, Pascal Mercier, Milena Moser ... 

Schreibschulen sind eine moderne Erfindung. Wäre es so, wie Du sagst, gäbe es 99 Prozent der Weltliteratur nicht. Elke mag eine so gute Dozentin sein, wie Du sagst, dann wird sie mich ertragen. Und alle Teilnehmer gleich mit. Dafür werde ich anspruchsvolle Geschichten liefern, technisch verbesserungswürdig (dafür bin ich hier) und nicht nach jedermanns Geschmack. Einige scheinen sie spannend zu finden.

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Re: Milena Moser

Beitragvon mariposa » Do 10. Dez 2020, 18:30  


Hallo Heinrich,
 
Corona gibt mir eine Menge Zeit, immer wieder zu antworten.

Erinnere dich an die Schulzeit und deine Lehrer. Welche haben dir am meisten vermitteln können? Es sind nicht immer die Koryphäen, die auch gute Pädagogen sind, will heißen, zum Lehren gehört ein gewisses Talent, das manchmal nicht d’accord mit der erreichten Position des Lehrenden geht.

(Diese Diskrepanz findet man auch in vielen anderen Bereichen des Lebens)
 
Aber wir werden sehen, wie weit du mit deinen Plänen kommst. Sicher würde es alle hier im Forum freuen, wenn du erfolgreich wärest.
 
LG mariposa
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Re: Milena Moser

Beitragvon Heinrich Maiworm » Do 10. Dez 2020, 22:29  

Von den Lehrern, an die ich mich erinnern kann, war in meinen Augen keiner ein guter Pädagoge. Das war einer der Gründe, warum ich das Berufsziel Lehrer schnell aufgegeben habe. Beeindruckt haben mich Hochschullehrer. Anneliese Mannzmann war Erziehungswissenschaftlerin, Hans Blumenberg ein Philosoph, von dem ich erst bei Lektüre seiner Biografie erfahren habe, dass ich nicht der Einzige war, der wegen ihm sein Studium abgebrochen hat. Stark beeinflusst hat mich auch Erik Zimen, als Freund, nicht als Lehrer.

Gelernt habe ich von und mit meinen Partnerinnen. Keine von ihnen ist Intellektuelle, alle haben eine gute Auffassungsgabe.

Erfolgreich wäre mein Roman, wenn die Verdrängung des allgegenwärtigen sexuellen Missbrauchs reduzieren würde. Ich hoffe, Ursula Enders als Unterstützerin gewinnen zu können.
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