• Aktuelle Schreibaufgabe

  • 6. Schreibaufgabe: Wundersame Haustiere und wie man sie überlebt
    Explodierende Salamander, unscheinbare Sittiche mit seltsamen Kräften, die Metamorphose der Verpuppung oder andere unverhoffte Effekte machen aus dem wundersamen Haustier von nebenan plötzlich eine Gefahr für den Besitzer, dessen Nachbarn oder einen Einbrecher, der sich besser ein anderes Objekt seiner Begierde gesucht hätte.
    Ihr könnt frei darüber improvisieren wer das Haustier ist und wer der Halter. In welcher Zeit die Geschichte spielt oder auf welchem Planeten. Überrascht eure Leser mit Geschichten über Haustiere, die nicht so ungefährlich sind wie gedacht – oder aber genauso gefährlich, wie ihre Fänge lang.
    Egal, ob Fantasy, Horror oder Science Fiction;...
    Weiterlesen >>>
  • Mitschreiben?
  • Wer wieder mitmachen will, kann sich von jetzt an an der VHS einschreiben.
    Oder später.




    Weiterlesen >>>

  •  Herzlich willkommen auf dem Portal der VHS-Schreibschule
  • Liebe Freundinnen und Freunde der Schreibzunft!
    Lebendig erzählen - Von der Buchstabensuppe zum Prosawerk.
    Im aktuellen Semester wollen wir wieder gut schreiben, so dass wir ggf. auch ein paar Veröffentlichungen einheimsen. Entsprechende Schreibaufgaben und Lehrbriefe -- wie man nun dahin kommt, sollen zielführend dabei sein. Weitere Infos per Mail an m...

    Weiterlesen >>>
  • Nonno Jacopos Koffer von Vera  Geschichte lesen


    Kennst du Siebenstein? Das war in Deutschland meine Lieblingssendung im Fernsehen. Es gibt dort nämlich einen sprechenden Koffer, der Geschichten erzählt. Koffer lieben Geschichten. Das weiß ich genau, weil ich selbst einer bin. Ich bin zwar kein Fernsehstar, aber ich kann in aller Bescheidenheit sagen, dass ich auch ein paar gute Geschichten erzählen kann. Wusstest du zum Beispiel, dass ich eigentlich aus Italien komme?


    Ich bin nämlich eigentlich der Koffer von Nonno Jacopo. Als Nonno Jacopo jung war, ist er mit mir um die ganze Welt gereist. Aber dann wurden wir beide ein bisschen älter und müder und ich habe oben auf seinem Schrank gelegen. Es war ein schöner alter Holzschrank, der sehr gut nach altem Holz roch und ich konnte von dort aus durch das Fenster in den Garten auf die Granatapfelbäume schauen. Diesen Ausblick habe ich seitdem immer vermisst, das kann ich dir sagen. Nirgendwo ist das Licht so schön wie auf Sizilien. Nonno Jacopo kam hin und wieder zu mir, strich über mein grünes Leder und wir erinnerten uns an die vielen Orte, an denen wir zusammen gewesen waren.


    Eines Tages nahm Nonno Jacopo mich vom Schrank und setzte sich mit mir auf das Bett. Er sah so traurig aus, wie ich ihn lange nicht mehr gesehen hatte. Was war nur mit ihm los? Da kam Nonna Anna herein und setzte sich neben ihn. „Coccolone,“ sagte sie zärtlich zu ihm. Nonna Anna wusste immer genau, wie sie mit ihm reden musste und „Kuschelbär“ sagte sie nur zu ihm, wenn sie ihn von etwas überzeugen wollte. „Gib Francesca doch deinen Koffer. Du weißt genau, dass sie kein Geld für einen neuen hat. Und du brauchst ihn doch nicht mehr.“
    Das traf mich natürlich. Ich hatte immer gedacht, dass wir doch noch mal eine kleine Reise machen könnten. Aber Francesca mochte ich auch. Sie war die Enkelin von Nonno Jacopo und hatte sich in mir versteckt, als sie noch klein war und ihrer Mutter nicht helfen wollte.
    „Es geht nicht darum, dass ich den Koffer nicht abgeben will. Es ist einfach nicht richtig, dass meine kleine Prinzessin weggehen muss. Nach Deutschland, in dieses kalte Land. Nie im Leben wird es ihr da gefallen. Wie soll sie denn überhaupt alleine klar kommen ohne ihre Familie?“, fragte Jacopo verzweifelt.
    „Ach, Coccolone, sie ist doch kein kleines Mädchen mehr. Sie ist eine erwachsene Frau und verheiratet ist sie auch. Matteo ist ein guter Mann, er wird auf sie aufpassen. Und hier gibt es keine Arbeit für die jungen Leute. Das weißt du ganz genau.“
    Die beiden saßen noch lange auf dem Bett, hielten mich fest und schauten auf die Granatapfelbäume.


    Schließlich ließ Nonno Jacopo mich dann doch los und ich fand mich in Francescas Zimmer wieder. Sie legte mit ihrer Mutter die wenigen Sachen, die sich hatte, zusammen. Ein paar Kleider, Fotos, eine Zahnbürste und Seife. Als sie fertig waren, war ich gerade mal halb voll. Ich konnte sehen, dass Nonno Jacopo hin und wieder in der Tür auftauchte und den beiden zusah. Aber er sagte nichts und die beiden bemerkten ihn auch nicht.


    Am Abend gab es ein großes Abschiedsessen für Francesca und Matteo. Die ganze Familie war gekommen, sogar Zio Antonio aus Palermo. Vom Flur aus konnte ich das Geschirr klappern hören, das Stimmengewirr und das Lachen. Ich war traurig und wollte mich nicht von Jacopo trennen, wir beide hatten doch schon so viel zusammen erlebt. Und er hatte Recht....