• Aktuelle Schreibaufgabe
  • Hallo Sebastian,
    grad bin ich in mein Archiv gegangen und habe geguckt, was ich an Lehrbriefen zum Kinderbuchschreiben auf Lager habe.
    Aber der aktuelle Lehrbrief ist bereits rundumfänglich groß ...
    Daher an dieser Stelle einfach der Verweis zu einer Webseite:
    https://www.epubli.de/blog/kinderbuch-schreiben
    Es finden sich viele gute Tipps, wie ich meine.
    Herzliche Grüße, das wird schon!
    Elke
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  • Mitschreiben?
  • Wer wieder mitmachen will, kann sich von jetzt an an der VHS einschreiben.
    Oder später.




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  •  Herzlich willkommen auf dem Portal der VHS-Schreibschule
  • Liebe Freundinnen und Freunde der Schreibzunft!
    Lebendig erzählen - Von der Buchstabensuppe zum Prosawerk.
    Im aktuellen Semester wollen wir wieder gut schreiben, so dass wir ggf. auch ein paar Veröffentlichungen einheimsen. Entsprechende Schreibaufgaben und Lehrbriefe -- wie man nun dahin kommt, sollen zielführend dabei sein. Weitere Infos per Mail an m...

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  • Tellus Filia von Linda  Geschichte lesen




    Tellus Filia
     
    Wir waren der letzte Abiturjahrgang in diesem Jahrtausend, bedrückend zu wissen, dass es nie wieder ein Abi geben würde, wie wir es kannten.
    „Ich kann es kaum erwarten, ich habe schon ganz feuchte Hände“, flüsterte meine Freundin mir zu.
    Mir ging es genau so. Wir warteten in der Aula unserer Schule nicht nur auf unsere Zeugnisse, die waren eigentlich unwichtig, nein gleich wurde verkündet, wer mit rüber durfte.
    Ich drückte ihre Hand sanft. „Mary, wir sind dabei, ganz sicher.“
    Doch was war sicher? Nichts!
    „Die Noten sind nicht ausschlaggebend“, hatte der Stufenleiter gesagt, „es zählt alles: euer ganzer Werdegang, eurer Einsatz für die Gemeinschaft, eure Fitness, eure Gesinnung.“
    Wir waren komplett durchleuchtet worden, nur die „Wertvollsten“ sollten mitkommen – in die Zwischenwelt. Sie wurde „Tellus Filia“ genannt, eine kleine, aber fein hergerichtet Übergangs-Erde für ausgewählte Personen.
    „Sobald die alte Erde wieder bewohnbar ist, werden wir uns auf ihr niederlassen. Die neue Menschheit wird die alten Fehler nicht wiederholen, sie wird die Erde und Natur mit Respekt behandeln. Macht mit! Wenn ihr unter 55 Jahre seid, bewerbt euch für eine neue Welt!“
    So war in den Bewerbungsunterlagen zu lesen.
    2095 hatte man mit dem Bau von Tellus Filia 1 begonnen, einer der ersten bewohnbaren Raumstationen in der Umlaufbahn der Erde. Das Projekt sollte bis zur Jahrtausendwende abgeschlossen sein, unsere Altersgruppe wurde als letzte hoch geschickt.
     
    Die ersten Namen wurden vorgelesen, Freudentränen und Tränen der Hoffnungslosigkeit und Trauer sah man in den Gesichtern der Mädchen, die Jungen saßen entweder mit entspanntem oder mit starrem Gesicht. Ein „Nein“ hieß: Zurückbleiben auf der alten Erde.
    Gerade wurde Mary aufgerufen. Sie bekam ihr Zeugnis und ein Nein. Erst als sie wieder neben mir saß, sah man den Schmerz in ihrem Gesicht, und doch blieb sie gefasst. Nur kurze Zeit später wurde ich aufgerufen.
    „Thomas Kranz, Sie haben nicht nur ein ausgezeichnetes Zeugnis, sondern Ihre Persönlichkeit, Ihr Engagement im Stadtteil, im Verein und hier in der Schule hat gezeigt, dass Sie für unser Projekt Tellus Filia qualifiziert sind. Herzlichen Glückwunsch.“
    Über die Bescheinigung konnte ich mich nicht freuen, Mary musste hier bleiben, und das bedeutete den sicheren Tod.
    Ich streichelte ihren Arm und flüsterte: „Ich gehe nicht ohne dich, ich bleibe bei dir.“
    „Nein“, abrupt stieß sie mich zurück. „Du hast nur eine Chance, vergib sie nicht meinetwegen!“
    Schließlich waren alle Namen aufgerufen und die ersten standen auf. Einige verließen wortlos den Saal, andere verabschiedeten sich unter Tränen von ihren Freunden, andere blieben noch fassungslos auf ihren Stühlen sitzen.
    „Wir fahren zu Oma“, sagte Mary am Auto, „sie hat mir mein Lieblingsgericht gekocht. Sie war sich so sicher, dass ich es schaffe.“ Erst jetzt liefen ihr Tränen über die Wangen. Sie verbarg ihr Gesicht an meiner Schulter und schluchzte hemmungslos.
     
    Oma wurde in diesem Jahr 75 Jahre alt, deshalb hatte sie keine Chance, sich überhaupt zu bewerben. Sie hatte sich arrangiert, ihre Schmuck verschenkt, ihre Fotos verbrannt und sich von allen Freundinnen verabsabschi...