• Aktuelle Schreibaufgabe




  • 6. Schreibaufgabe:

    SCHRITTweise
     
    Versuche dich im Stile Genazinos, falls du dir das zutraust.
    Die für seinen Stil relevanten Merkmale habe ich im Lehrbrief fett markiert.
    Wie würde Genazino die heutige Zeit kommentieren, wie würde er „Corona“ in unserer Gesellschaft schrittweise interpretieren (beobachten als Flaneur, etc.)?
     
    Falls nicht im Stile Genazinos, so schreibe doch einfach so eine nette Geschichte.
    Stelle dir Fragen:
     
    Was kann man schrittweise ablaufen?
    Schrittweise Entmachtung des Menschen durch Technologie?
    Eine schrittweise Trennung von einem wichtigen Menschen oder auch ein Wiederzusammenkommen.
    Eine Annäherung zwischen Mig...
    Weiterlesen >>>
  • Mitschreiben?
  • Wer wieder mitmachen will, kann sich von jetzt an an der VHS einschreiben.
    Oder später.




    Weiterlesen >>>

  •  Herzlich willkommen auf dem Portal der VHS-Schreibschule
  • Liebe Freundinnen und Freunde der Schreibzunft!
    Lebendig erzählen - Von der Buchstabensuppe zum Prosawerk.
    Im aktuellen Semester wollen wir wieder gut schreiben, so dass wir ggf. auch ein paar Veröffentlichungen einheimsen. Entsprechende Schreibaufgaben und Lehrbriefe -- wie man nun dahin kommt, sollen zielführend dabei sein. Weitere Infos per Mail an m...

    Weiterlesen >>>
  • Kein Regen in Sicht von Tea_Supertramp  Geschichte lesen

    Heute ist es soweit. Ich wage mich nach draußen. Es ist mein erster Spaziergang seit langem und die Sonne knallt mir auf den Kopf, als wolle sie mich willkommen heißen. Die Luft riecht sommerlich nach gemähtem Gras und heißem Asphalt. Es fühlt sich gut an, einen Fuß vor den anderen zu setzen. Als ich den Park am See erreiche, bemerke ich, wie voll es hier ist. Der Anblick so vieler Menschen an einem Ort kommt mir fremd vor. Er bereitet mir Unbehagen. Aber jetzt bin ich hier. Ich will nicht umkehren. Schließlich ist es wieder mein gutes Recht, mich frei zu bewegen.
    Drei oberhemdenlose Männer im Alter meines Vaters stehen in einiger Entfernung von mir an einer Tischtennisplatte, ohne Tischtennis zu spielen. Ihre leberwurstfarbenen Wampen ragen über den Hosenbund wie kleine Kläffer, die vorlaut nach vorne preschen. Fast so, als wollten auch sie die zurückgewonnene Freiheit genießen. Ich verstehe diese Bäuche, mir geht es ähnlich. Auch wenn ich zurückhaltender bin als sie.
    Die halbnackten Männer streiten sich mit zwei vollständig bekleideten Frauen. Es geht um Sicherheitsabstände. Das Frauenduo soll diese nicht eingehalten haben, verkündet das Männertrio in einstimmig bellendem Ton. Ich muss an meine Tante Gerlinde denken, die sich immer für sehr klug hielt und mit dieser Auffassung alleine dastand. Sie pflegte zu sagen, Hunde die bellen, beißen nicht. Mit sechs Jahren erkannte ich, dass dieser Spruch zumindest buchstäblich gelogen war. Mambo-Kurt, der Nachbarshund, hatte sich eines Sonntages tief in meine Wade verbissen. Ich kann nicht behaupten, dass er es vorher nicht angekündigt hätte. Seit dieser Erkenntnis zweifle ich auch am Wahrheitsgehalt der metaphorischen Deutungsmöglichkeit dieses Kalenderspruchs.
    Die Auseinandersetzung an der Tischtennisplatte erreicht ihren Höhepunkt in ekstatischer Weise und gipfelt im wettkämpferischen Austausch unerlaubter Distanzlosigkeiten. Ein Angestellter des städtischen Ordnungsamtes, eigentlich in seiner Rolle als Streitschlichter herbeigeeilt, wird nun des absichtlichen Anatmens eines der Nacktbäuche bezichtigt. Ich bedauere ihn. Und mich. Ein wenig vermisse ich meine sichere Wohnung. Dann höre ich, wie telefonisch die Polizei hinzugerufen wird.
    Vielleicht kommen sie mit Hunden. Ich gehe besser weiter.

    Ein Mann auf einem Fahrrad fährt von hinten an mir vorbei. Ganz nah. Ich spüre den Windstoß auf meinem Arm. Etwa ein dutzend weitere Radfahrer machen es ihm gleich. Manchmal zu dritt nebeneinander. Mir ist neu, dass für sie die Abstandsregeln nicht gelten. Als Radfahrer muss man das Gefühl haben immun zu sein. Das liegt bestimmt an der erhabenen Sitzposition. Man ist in Fahrt, die frische Luft pustet einem ins Gesicht und da, wo man eben noch war, hinterlässt man vitalsten Radsportleratem. Zack! Da zischen die nächsten hypergesunden Superhelden auf Drahteseln an mir vorüber und hüllen mich in ihre Mundabgase. In meiner Vorstellung lief dieser Spaziergang wesentlich entspannter ab.

    Auf dem staubigen Weg vor mir liegt eine aufgeschlagene Tageszeitung. Ich bleibe stehen und überfliege den obersten Artikel. Die Krise wirke sich positiv auf die Umwelt aus, steht da. Tiere und Pflanzen kämen zur Ruhe. Ich werfe einen Blick nach rechts und sehe eine Gruppe Jugendlicher, die ihre Angeln in das Seewasser halten. Die haben den Artikel scheinbar nicht gelesen. Einer der Teenager greift in den schwar...