• Aktuelle Schreibaufgabe

  • Erste Schreibaufgabe bis 24. September:
    Die selbstverfasste Reisegeschichte

    Begib dich mit Hilfe von „Maps“ an dein Reiseziel.
    Dort spielt deine Kurzgeschichte.
    Welche Figuren mitspielen und was genau erzählt werden will, weißt nur du.
    Setze die orange Figur im Street View in eine Gegend, die dir vielversprechend erscheint.
    Untersuche, ob sie das Zeug für eine Geschichte hat.
    Klopfe alle Sinne ab, auch die aus dem Nichts.
    Lass etwas passieren, gemeint ist hier etwas, das deine Leserschaft aus ihrem schnöden Alltag heraus führt. Es darf mystisch dahergehen, es darf sich auf langen Beinen davon machen, es darf das Blaue vom Himmel herunter lügen. Es darf nur nicht langweilig sein.
    Setze dich darüber hinaus mi...
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  • Mitschreiben?
  • Wer wieder mitmachen will, kann sich von jetzt an an der VHS einschreiben.
    Oder später.




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  •  Herzlich willkommen auf dem Portal der VHS-Schreibschule
  • Liebe Freundinnen und Freunde der Schreibzunft!
    Lebendig erzählen - Von der Buchstabensuppe zum Prosawerk.
    Im aktuellen Semester wollen wir wieder gut schreiben, so dass wir ggf. auch ein paar Veröffentlichungen einheimsen. Entsprechende Schreibaufgaben und Lehrbriefe -- wie man nun dahin kommt, sollen zielführend dabei sein. Weitere Infos per Mail an m...

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  • Die Wartende von Jasmin K. Stahl  Geschichte lesen

    Ich wurde schon an diesen Ort gezogen, bevor ich wusste, dass es ihn gab. Er existierte in meiner Fantasie, in meinen Träumen. Seit ich denken kann, frage ich mich, wer die Frau in meinen Träumen ist. Sie wartet auf mich.
    Unter meinen Schritten knirschen Geröll und grober Kies, während über mir die Möwen kreischen. Ich folge dem schmalen Pfad, der sich steil durch das Gras nach oben windet. Oben angekommen, zerrt der Wind an meinem offenen Haar. Ich stemme die Hände auf die Knie und sauge Luft in meine Lungen. Als ich mich wieder aufrichte, schmecke ich das herbe Salz auf meiner Zunge und lächle still in mich hinein. Der gewaltige Torbogen vor mir bildet den Eingang zu einer längst vergangenen Welt. Wie von selbst legt sich meine Hand auf den rauen Stein des Rundbogens und ich sende einen stillen Gruß. Etwas in mir erwacht zum Leben. Ein vertrautes Ziehen in meiner Brust treibt mich weiter.

      Ich durchquere die Toranlage und den Hof. Meine Schritte führen mich weiter, über die Brücke, die das Festland mit der Landzunge verbindet. Früher wurde die Brücke von Tauen und losen Brettern gehalten. Nicht von Stahl und Drahtseilen. Ich schaue nach unten, überblicke das aufbrausende türkisgrüne Meer. Die Wellen brechen in der kleinen Bucht in der Tiefe und schlagen schäumend gegen die Felsen.

    Am Horizont vermischt sich das Licht des Abendhimmels mit dem Dunst des Meeres und taucht es in sanftes Grau-Blau. Etwas drängt mich zur Eile, kennt diesen Weg. Ich finde mich zwischen Ruinen wieder und erschaudere. Von den Mauern, die einst wie Riesen in den Himmel ragten, sind kaum mehr als knie- und hüfthohe Reihen verwitterten Gesteins geblieben. Nur die Grundrisse der ehemaligen Gebäude zeichnen sich noch ab, dazwischen Grasflächen, die sich ihren Weg durch die Überreste gebahnt haben. Keiner dieser Steine liegt mehr dort, wo er einst hingehörte. Manche sind im Gras verstreut wie gefallene Soldaten. Andere hat das Moos überwuchert, als würden sie schlafen.
    Die Vergänglichkeit dieses Ortes trifft mich mit einer Wucht, mit der ich nicht gerechnet habe. In meinen Träumen herrschte geschäftiges Treiben, Stimmen erfüllten die Gemäuer, und hastige Schritte hallten über den Hof. Doch nun herrscht hier Stille.
    Ich wende mich von den Ruinen ab und gehe nach links. Mit geschlossenen Augen folge ich dem Pfad aus Gras und Stein. Meine Füße tragen mich die kleine Anhöhe hinauf, über Stufen aus nassem Schiefer und bewachsenem Fels, bis ich eine grasbewachsene Fläche erreiche, die in die offene Steilküste mündet. Ich öffne die Augen und trete an den Rand des Plateaus. Der Wind treibt den salzigen Geruch des Meeres zu mir, vermischt mit der feuchten, herben Note von Algen und nassem Stein. Die Sonne versinkt im Meer und hinterlässt einen letzten goldenen Schimmer. Hinter mir verblassen die letzten Stimmen der Touristen. Ich drehe mich um und bin allein.

    Bald ist es soweit! Ein Lächeln schleicht sich auf meine Lippen und Vorfreude prickelt durch meine Adern. Ich fühle mich seltsam eins mit mir. Doch mein Verstand flüstert: Verrückt.

    Ich warte. Sie wird komm...