• Aktuelle Schreibaufgabe

  • 5. Schreibaufgabe: Verfasse einen Kinder-Krimi.
     

    Überrasche deine Leser am Ende mit a), b) oder c), du weißt schon, siehe Lehrbrief.
    Oder überrasche uns auf ganz andere Art.
     

    Abgabe ist der 4. Mai, das Zeichenlim...
    Weiterlesen >>>
  • Mitschreiben?
  • Wer wieder mitmachen will, kann sich von jetzt an an der VHS einschreiben.
    Oder später.




    Weiterlesen >>>

  •  Herzlich willkommen auf dem Portal der VHS-Schreibschule
  • Liebe Freundinnen und Freunde der Schreibzunft!
    Lebendig erzählen - Von der Buchstabensuppe zum Prosawerk.
    Im aktuellen Semester wollen wir wieder gut schreiben, so dass wir ggf. auch ein paar Veröffentlichungen einheimsen. Entsprechende Schreibaufgaben und Lehrbriefe -- wie man nun dahin kommt, sollen zielführend dabei sein. Weitere Infos per Mail an m...

    Weiterlesen >>>
  • Die Untoten und ich von Tanner  Geschichte lesen



    Die Untoten und ich


    Der Regen hat gerade eingesetzt, als es an der Tür klopft.
    Ich erwarte niemanden. Eigentlich erwarte ich schon lange niemanden mehr. Seit den letzten Beerdigungen ist mein Leben still geworden, wie ein Raum, in dem alle Uhren stehen geblieben sind.
    So viele sind gegangen, meinen Freundeskreis, meine Familie, gibt es nicht mehr. Einer nach dem anderen ist gestorben, ich bin zurück geblieben. Dann soll es eben so sein, ich habe mich eingerichtet. 
    Muss jetzt aufpassen, dass ich keine schrullige Alte werde. Denn ich kann ja machen, was ich will, keiner kontrolliert mich, keiner weist mich zurecht.
    Das Klopfen kommt ein zweites Mal. Ruhig. Geduldig.
    Zu geduldig.
    Ich öffne.
    Und da steht sie. Meine Mutter. Mit nassen Haaren vom Regen, in dem alten Mantel, an dem ich selbst einmal die Tasche geflickt habe. Das Kleid ist das, was ich dem Bestatter vor der Beerdigung gegeben habe. Ihr Lieblingskleid.
    Nicht blass, nicht durchsichtig, nicht geisterhaft. Sie steht einfach da. Wie ich sie kenne, wie sie immer wieder in meinen Träumen auftaucht.
    Und mit diesem Blick – vertraut, fast zu vertraut. Als hätte sie mich die ganze Zeit gesehen.
    Ich sage nichts. Kein Wort kommt mir über die Lippen.
    Denn was sagt man zu jemandem, dessen Sarg man ins Grab hat verschwinden sehen?
    „Du bist…“, beginne ich, aber der Satz zerfällt.
    Sie lächelt leicht. „Ich weiß.“
    Kein Drama. Keine Erklärung. Nur diese zwei Worte, als wäre alles andere nebensächlich. Unser letztes Streitgespräch, bei dem ich davon gelaufen bin, nichts konnten wir mehr klären, zu spät.
    Ich trete einen Schritt zurück. Nicht aus Angst – eher, um Platz zu machen. Als müsste die Realität selbst sich neu sortieren. Wo ist der Grusel, wo der Horror?
    „Komm rein“, sage ich schließlich.
    Das überrascht mich selbst.
    Sie tritt ein, streift den Mantel ab.
    Kein Regentropfen fällt auf den Boden.

    In den Tagen danach erscheinen immer mehr längst Verstorbene.
    Ein alter Freund sitzt plötzlich auf seinem Stammplatz im Café, als hätte er ihn nie verlassen. Ein verhasster ehemaliger Kollege lehnt an meiner Hauswand und nickt mir zu, als wäre der Streit nie mit Erde zugeschaufelt worden. 
    Soll ich den mal zum Joggen einladen? Ich möchte so gern wissen, ob er Muskelkater bekommt und zu schwitzen anfängt. Ob er zum Klo muss!
    Namen, die ich verdrängt habe, stehen wieder vor mir, mit Gesichtern, die um kein Jahr gealtert sind.
    Und jedes Mal passiert dasselbe:
    Ich möchte schreien, Fragen stellen, Antworten erzwingen. Wie lebt es sich, tot? Untot?
    Wo kommt ihr jetzt plötzlich her? Wer hat euch geschickt?
    Aber nichts davon bringe ich über die Lippen.
    Stattdessen stelle ich mich, beobachte sie, meine Auferstandenen:
    Atmen sie? Ja.
    Werfen sie Schatten? Selbstverständlich.
    Ihre Stimmen? Sind so was von echt.
    Zu echt.
    Einmal sehe ich meine Mutter am Fenster stehen.
    Sie blickt hinaus in den Regen.
    Ich stelle mich neben sie.
    „Ich war nicht die Tochter, die du dir gewünscht hattest“, sage ich.