• Aktuelle Schreibaufgabe

  • 6. Schreibaufgabe „Ausreden“
     
    Diese Schreibaufgabe ist bewusst doppeldeutig, womöglich findet ihr eine intelligente Ausrede, warum ihr sie nicht abliefern könnt, oder ihr stöhnt auf, nach 24.000 Zeichen, und sagt: He, warum lässt man mich nicht in Ruhe ausreden?
    Ne, 24.000 Zeichen wären hier nicht handelbar und ich will auch keine Ausrede hören, wenn man nicht auf den Punkt kommt und der Schlusspunkt nicht nach 7.000 Zeichen erreicht ist. So werden Aus Reden spannende Kurzgeschichten. Also, Butter bei die Fische: Was war die bekloppteste Ausrede, die du in deinem Leben zu Ohren bekom...
    Weiterlesen >>>
  • Mitschreiben?
  • Wer wieder mitmachen will, kann sich von jetzt an an der VHS einschreiben.
    Oder später.




    Weiterlesen >>>

  •  Herzlich willkommen auf dem Portal der VHS-Schreibschule
  • Liebe Freundinnen und Freunde der Schreibzunft!
    Lebendig erzählen - Von der Buchstabensuppe zum Prosawerk.
    Im aktuellen Semester wollen wir wieder gut schreiben, so dass wir ggf. auch ein paar Veröffentlichungen einheimsen. Entsprechende Schreibaufgaben und Lehrbriefe -- wie man nun dahin kommt, sollen zielführend dabei sein. Weitere Infos per Mail an m...

    Weiterlesen >>>
  • Imagine von Margit Dorfmüller  Geschichte lesen


    Der Wind aus Osten ist eisig. Er lässt die Regenbogenflagge, die tanzenden Spiralen und die tibetischen Gebetsfahnen vor dem Schaufenster knattern und die Klangspiele aus Treibholz trocken aneinanderschlagen.
    Alice streift mit flüchtigem Blick die Körbe mit den Angeboten („alles muss raus“) und betritt den kleinen Laden. Der melodische Dreiklang der Türglocke erinnert sie an das Milchgeschäft ihrer Kindheit - nur, dass es hier nicht nach Käse, Butter und Milch riecht.
    Sie grüßt freundlich und wird sogleich von einer Wolke sanft würziger Düfte umfangen.
    Der Ladeninhaber steht gerade auf einer Leiter hinter seiner Kasse und räumt Ware auf Regalbretter. Er kehrt Alice den Rücken zu und ruft: „Ich komme sofort. Ich muss nur ein paar Kartons austauschen.“
    Derweil hat Alice Zeit, ihn zu mustern. Ein zartes Kerlchen, nachlässig gekleidet, nacktfüßig in Riemensandalen, das spärliche Haar ein feiner Kranz.
    Nun klettert er die Leiter ächzend mit zwei Kartons wieder herab. „Die sind von vor 50 Jahren“, sagt er. „Brauchen Sie vielleicht ein Kalumet? Seit die Leute weniger oder elektrisch rauchen, ist es vollkommen aus der Mode gekommen. Ich lasse es Ihnen für die Hälfte.“
    Alice schüttelt den Kopf. „Nein, danke. Wir räuchern, aber wir rauchen nicht. Was haben Sie denn stattdessen einsortiert?“
    Da lächelt der Ladenbesitzer matt und zeigt ein paar Zahnlücken und Goldzähne. Die braunen Augen sehen müde aus, und die dunkle Haut wirkt grau.
    Ein trauriger, alter Inder, findet Alice und überrascht sich selbst mit diesem Gedanken, ein Idealist, dem die Träume abhandengekommen sind.
    „Wasserpistolen“, sagt der Mann. „Es geht doch auf den Sommer zu. Man kann damit erfrischen, neckische Spiele machen und dem Nachbarn mit gezielter Geste verdeutlichen, dass sein Grill stinkt und er zu viel Fleisch isst. Das ist dieses Jahr in Mode“, fügt er schulterzuckend hinzu. „Mit Spülmittel drin wirkt die Pistole übrigens gegen Läuse.“
    „Und wenn jemand Gift reinfüllt?“ fragt Alice, „oder Salzsäure? Allein schon die Gebärde!“ Sie zielt mit dem Zeigefinger auf seine Stirn.
    „Ist doch nicht meine Idee.“ Der Mann weicht leicht zurück. „Wenn‘ s nach mir ginge, würde ich nur Sandelholzseife, Lavendelöl, Peace-Zeichen auf Papier und Shirts und CDs von John Lennon verkaufen. Aber dieser Warenbestand wird seit Jahren nicht kleiner. Meine Stammkundschaft hält das mittlerweile für Scherzartikel. Manche wandern zum Army-Shop ab, besonders für Spielsachen. Darum dieser Ausverkauf“, fügt er entschuldigend hinzu und beantwortet damit Fragen, die Alice nur beinahe gestellt hätte.
    „Und, was kann ich für Sie tun?“ Jetzt ist er ganz Profi und hält ihr seine offenen Handflächen ausgestreckt hin. „Buddhas? Kerzen, Räucherstäbchen? Harmonisierende Tees? Zimtlatschen? Mitbringsel für gute Freunde?“
    Er weist auf ein Regalbrett hinter Alice. Dort stehen lauter buntbemalte Bullis aus Keramik, so wie Alice einen fuhr, als sie noch an den kompletten Ausstieg glaubte.
    „Oben ist ein Schlitz drin,“ sagt er, „es ist eine Spardose.“
    Meiner war ein Groschengrab, denkt Alice wehmütig, und obwohl ich kaum Geld hatte, bin ich doch zu jeder Demo mit dem Bulli und sogar nach Indien gefahren.
    Ihr Freund hatte ein zerbrochenes Gewehr darauf gemalt und dessen Mündung mit einer R...