• Aktuelle Schreibaufgabe

  • 4. Schreibaufgabe:

    Schreibe eine Kurzgeschichten zum Thema „Am Wasser“
     
    „Am Wasser“ kann zu einem Sehnsuchtsort werden – für einen Arbeitsplatz am Wasser oder dem Wohnort am Meer. Manche stehen vor einem Fluss, am Ufer, beobachten Spiegelungen der Wasseroberfläche oder Trübungen, manche lauschen dem Wellenrauschen, manche ärgern sich über Untiefen, manche wittern eine drohende Gefahr und wieder andere stolpern unverhofft über angespülte Fundstücke.
    Begib dich literarisch an deine Wasserstelle, wirf einen neugierigen Blick aufs oder ins Wasser und sammle Stimmungen oder Unstimmungen auf.
     
    Beachte 1. bis 5., was das Aufbauen einer spannenden Geschichte betrifft, denke auch an mögliche Fragen und vor allem an das visuelle Element. Verarbeite davon, so möglich, wenigstens eines.
     
    „Abgabe“ ist der 18. November.
    Erlaubt sind max. Weiterlesen >>>
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  • Wer wieder mitmachen will, kann sich von jetzt an an der VHS einschreiben.
    Oder später.




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  •  Herzlich willkommen auf dem Portal der VHS-Schreibschule
  • Liebe Freundinnen und Freunde der Schreibzunft!
    Lebendig erzählen - Von der Buchstabensuppe zum Prosawerk.
    Im aktuellen Semester wollen wir wieder gut schreiben, so dass wir ggf. auch ein paar Veröffentlichungen einheimsen. Entsprechende Schreibaufgaben und Lehrbriefe -- wie man nun dahin kommt, sollen zielführend dabei sein. Weitere Infos per Mail an m...

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  • Das Reich der Taschentücher von Angelina  Geschichte lesen

    Näherte sich ein Fremder dem beschaulichen Dorf, das sich in einem idyllischen Tal an den See schmiegte, wäre er entsetzt: Von morgen bis abends, laut oder leise – immer trug der Wind ein Heulen über die sanft geschwungenen grünen Hügel. Nicht das Heulen des Windes. Es war das Heulen der Dorfbewohner. Sie heulten bei jeder Gelegenheit:
    „Meine Frau hat heute ein gesundes Kind zur Welt gebracht.“
    Schnief. „Das ist schön.“ Schnief.
    „Meine Eltern haben sich getrennt.“
    „Du armes Kind.“ Schnief. „Hat jemand ein Taschentuch?“
    Selbst bei Sätzen wie: „Ich gehe jetzt raus in den Wald und schlage etwas Holz“, wussten die Bewohner zu schniefen.
    Kurzum: Sie waren nahe am Wasser gebaut und es störte niemanden. Der Taschentuchimport florierte und für die vielen Liter verheultes Salzwasser gab es eigens Eimer, die im ganzen Dorf deponiert waren, sodass jeder Dorfbewohner seinem Nachbarn einen anbieten konnte.
    Es dauerte nicht lange, da wurde der Ort von allen Menschen in der Umgebung das Dorf „Schnief“ genannt und sie kamen von überall her, um sich entweder beschniefen zu lassen oder selbst zu schniefen. So groß war der Andrang, dass sich das kleine Dorf in ein Königreich verwandelte, dessen Prinzessin – wenig überraschend – Prinzessin „Schnief“ hieß.
    Die Prinzessin war achtzehn Jahre alt, als etwas geschah, dass so furchtbar war, dass selbst den Bewohnern von Schnief das Schniefen im Halse stecken blieb.
    An ihrem Geburtstag fielen fremde Menschen mit Rüstungen aus Stein in das Königreich ein und fegten wie eine Lawine darüber hinweg. Sie warfen jeden Eimer um und verbrannten die wertvollen Taschentücher. Da die Bewohner von Schnief Derartiges nicht gewohnt waren, konnten sie nichts anderes tun als hilflos zu schniefen, fassungslos angesichts einer solchen Gemeinheit.
    „Schluss jetzt mit der ganzen Sentimentalität. Von heute an werden sich die Bewohner von Schnief zusammenreißen!“, rollte die tiefe Stimme des Steinklotzes durch den Königssaal, der den Thron an sich gerissen hatte. Zwei Steinfrauen hatten die Prinzessin gepackt und in die Ecke des Thronsaals gezerrt. Der Thronräuber würdigte Schnief keines Blickes. Was war das für ein Mensch, der da unter der Rüstung aus weißem Marmor steckte?
    Schnief biss sich auf die Unterlippe und bemühte sich, Fassung zu wahren. Sie war so wütend, sie könnte zwei Eimer vollheulen, doch Tränen wurden aufs Schärfste bestraft. Es wurden weitere Befehle und Verbote verlesen, doch Schnief bekam sie nicht mehr mit, denn die Steinfrauen hatten sie gepackt und sperrten sie in den höchsten Turm der Burg ein.
    „Hier, Heulsuse - “ eine warf ihr ein benutztes Taschentuch vor die Füße – „eine milde Gabe!“ „Heul doch“, stichelte die andere. „Solange du noch kannst. Wart´s ab, es wird nicht lange dauern, da wird jedem von euch Schwächlingen das Heulen im Halse stecken bleiben.“ Mit diesen Worten fiel die schwere Tür ins Schloss.
    Während die Prinzessin im Turm eingesperrt war, mussten die Bewohner von Schnief ihren wunderschönen See zuschütten. Mit jedem der schweren, grauen Steine, die in der blauen Tiefe versanken, sank auch ein Stück ihres Mutes. Zehn Jahre später war der See zugeschüttet und die Gesichter der Bewohner von Schnief waren hart geworden wie Kieselsteine. Früh lernten die Kinder, „nicht zu schniefen“. Es gehörte sich nicht. Es war ein Z...